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Veranstaltungen / Mi, 16.05.2018, 19:30

Kunst und Wissenschaft?

Zwischen: Über das Raten - Zwischen Denken/Sprache und Welt

Man könnte glauben, bei Kant gäbe es keinen Raum für das Raten. Aber wenn man genauer hinschaut, dann spielt das Raten eine vitale Rolle in Kants Philosophie. Er behauptet zwar, dass die gesamte Metaphysik vor ihm nur ein Tagtraum oder reines Raten war, da es nun einmal keine Verbindung zwischen den Dingen an sich und den Dingen, wie sie uns erscheinen, gibt. Und doch gibt es im Erreichen der Einheit, die alle Erfahrung übersteigt, zwischen den Akten des Verstandes, eine Form von Raten.

In der Kritik der Urteilskraft wird dieser Zugang zum Raten als teleologisches Urteil im Detail entwickelt: Wir erraten das allgemeine Gesetz für eine gegebene Erfahrung. Im Raten ist nun ein Element der Beliebigkeit, da wir jedes allgemeine Gesetz annehmen können, das zu einer gegebenen Erfahrung passt. Hier gibt es kein a priori Gesetz. Und doch handelt es sich um einen Fall des reflektierenden Urteils. Man muss also ein transzendentales Prinzip für das Raten finden (z.B. die formale Zweckmäßigkeit der Natur) um die ideale Einheit von Verstand und Vernunft zu erreichen.

Das Raten wird so zur Brücke zwischen der theoretischen und praktischen Vernunft. Die Wissenschaft gibt uns allgemeine Gesetze der Natur. Unsere empirischen Gesetze müssen verallgemeinert werden, dafür gibt es aber unendlich viele Möglichkeiten. Die Urteilsmaximen, die wir in der Kritik der Urteilskraft finden, können unser Urteil dazu führen die richtige Bahn eines Planeten zu finden. So können wir zwar nur raten, aber selbst das Raten wird noch durch a priori Prinzipien geleitet

Diese Veranstaltung findet im Kepler Salon statt.

Eine Veranstaltung der Katholischen Privat-Universität Linz in Kooperation mit dem Kepler Salon

Zwischen ist der neue Titel der von Barbara Schrödl und Sibylle Trawöger kuratierten Reihe. Diese ist eine Kooperation zwischen dem wissenschaftlichen Mittelbau der KU Linz und dem Kepler Salon. Die Vortragsthemen sind interdisziplinär verortet - vorrangig im Zwischen der Kunstwissenschaft, der Theologie und der Philosophie. Im Rahmen der Reihe wird den Bewegungen zwischen Orten, dem Wechsel zwischen Rollen, dem Leben zwischen Welten und vielfältigen anderen Zwischenräumen nachgegangen. Mit Spannung erwarten wir, wie die jeweiligen Vortragstitel mit dem Wörtchen zwischen agieren und welche Zwischenräume uns die Vortragenden zugänglich machen werden.

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Mi, 16.05.2018, 19:30
Vortragende/r: Aloisia Moser
GastgeberIn: Sibylle Trawöger, Barbara Schrödl

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