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Veranstaltungen / Do, 28.05.2015, 18:15

Wahrnehmung?
Programmbild Kunst und Wissenschaft?

Zeichensetzung - Ohne Zeichen: Über die Leere

Als bildlicher Ausdruck, der fassen soll, wie Welt oder weiter das Sein überhaupt erfahren wird, ist die Leere auffällig ambivalent. Einerseits: wer die Welt als leer erfährt, erfährt sie als sinnlos. Die Leere steht hier für den Rückzug der Bedeutungen in ein bloßes referenzielles System, in dem die Elemente aufeinander verweisen, aber nichts sich erfüllt. Andererseits sehnt sich zumindest ein Teil der mystischen Tradition nach der Leere. Im Fall der mystischen Leere zerfallen die Bedeutungen. Übrig bleibt, was Sinn hätte sein können, nämlich die reine Präsenz eines Daseins ohne Gehalte.

Das Vorhaben dieses Vortrags besteht darin, die Leere grundsätzlich als eine Erfahrung zu beschreiben, in der die Zeichen fehlen, und von da aus ihre ambivalenten Aspekte zu entwickeln. Denn die Zeichen fehlen sowohl, wenn die Welt sinnlos geworden ist, als auch in der mystischen Erfahrung, die ihrer nicht mehr bedarf.

Den Hintergrund dieser Überlegungen bildet die Beobachtung, dass die ambivalente Leere für die moderne menschliche Selbstauslegung eine Leitinstanz ist. Spätestens seit Nietzsche weiß man, dass die Welt leer ist. Aber auch wo man sich, über die Welt hinaus, auf Transzendenz beziehen will, sucht man sie in der Leere und nicht etwa in der Fülle, der „hohen Erscheinung“, der Epiphanie.

Diese Veranstaltung findet im Kepler Salon statt.

Eine Veranstaltung der KTU Linz in Kooperation mit dem Kepler Salon

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Do, 28.05.2015, 18:15
Vortragende/r: Sandra Lehmann
GastgeberIn: Barbara Schrödl, Sibylle Trawöger

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